Was ist ein Qualitätszirkel?

Der AZT ist ein überregionaler Qualitätszirkel mit der Besonderheit, dass alle Mitglieder mehrere Jahre an der Akademie für Zahnärztliche Fortbildung Karlsruhe beschäftigt waren. Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Qualitätszirkel“? Ein Qualitätszirkel ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Ärzten oder Zahnärzten, die in gleichberechtigter Diskussion mit Unterstützung eines Moderators aus dem Kollegenkreis ihr eigenes Handeln in Bezug auf ein gewähltes Thema kritisch unter die Lupe nehmen.

Ein Mitglied der Gruppe fungiert als Moderator, der die Struktur der Treffen organisiert und die Diskussion leitet. Die Gruppe sucht sich ihre Fragestellungen selbst. Die Themen können sehr vielschichtig sein: anhand von Patientenfällen können Behandlungen bewertet oder Alternativen entwickelt werden. Praxisabläufe, oder -strukturen, Materialien, Mitarbeiterkonflikte oder die Zusammenarbeit mit dem Dentallabor werden besprochen. Neue Richtlinien, seien sie fachlich oder administrativ, können erörtert werden. Im Gespräch werden Besonderheiten herausgearbeitet und Routinen hinterfragt. Das professionelle Wissen jedes einzelnen Kollegen fließt in die Diskussion ein und ermöglicht das Erkennen der eigenen Expertenschaft. Gleichzeitig muss jeder einzelne die Expertise der anderen akzeptieren. Erfahrungswissen kann transparent und objektivierbar gemacht werden.
Um diese Gruppendynamik zu entwickeln, bedarf es einem Vertrauensverhältnis der Kollegen untereinander. Zu starker Konkurrenzdruck ist hier kontraproduktiv. Nur auf der Basis von stabilem Vertrauen kann die Gruppe als ein geschützter Raum wahrgenommen werden. Ein Raum, in dem ehrliche und offene Diskussionen stattfinden. Wissenschaft und klassische Fortbildung sind wichtig; Qualitätszirkel setzten sich von diesen durch den großen Praxisbezug, den interkollegialen Rahmen und die Kontinuität ab.
Qualitätszirkel sind mittlerweile gut untersucht und haben sich als Werkzeug des Qualitätsmanagements bewährt. Durch den interkollegialen Austausch kommt es zur Verbesserung der Struktur- und Prozessqualität in den Praxen. Zum Schluss soll die Wissenschaft zu Wort kommen:
„…Der Lerneffekt des Qualitätszirkels ergibt sich daraus, dass durch die verschiedenen eingebrachten Sichtweisen, Vorgehensweisen, Behandlungsmuster usw. der einzelnen Mitglieder synergetische Effekte entstehen, die wiederum bei den Einzelnen neue Sichtweisen, Vorgehensweisen, Behandlungsmuster usw. anstoßen können.“ (Michaelis W 1998).